Drei Sitzungen Stoßwellentherapie kosten 120 bis 620 Euro
Bei den meisten Beschwerden zahlen Sie eine Stoßwellentherapie selbst, als IGeL. Das ist die Abkürzung für individuelle Gesundheitsleistung, also eine Behandlung, die die gesetzliche Kasse nicht übernimmt. Wie viel Sie zahlen, hängt vor allem von der Technik ab. Bei der radialen Stoßwelle breiten sich Druckwellen von der Haut aus im Gewebe aus. Die fokussierte Stoßwelle bündelt die Energie auf einen Punkt in der Tiefe und ist deutlich teurer.
Der IGeL-Monitor prüft solche Angebote und bewertet ihren Nutzen anhand von Studien. Für eine Behandlung mit drei Sitzungen samt Vorgespräch und Untersuchung nennt er etwa 120 Euro mit radialer und etwa 620 Euro mit fokussierter Stoßwelle. Im Schnitt sind es drei Sitzungen im Abstand von ein bis zwei Wochen, manchmal bis zu fünf.
Wer zahlt, entscheidet die Beschwerde. Beim Tennisarm und bei der Kalkschulter zahlen Sie etwa 120 Euro für drei radiale und etwa 620 Euro für drei fokussierte Sitzungen. Beim Fersenschmerz zahlen Sie nichts, wenn die Bedingungen der Kasse erfüllt sind.
| Beschwerde | Wer zahlt | Nutzen laut IGeL-Monitor | Preis für drei Sitzungen |
|---|---|---|---|
| Fersenschmerz durch eine gereizte Sehnenplatte an der Fußsohle | Die Krankenkasse, wenn die Bedingungen erfüllt sind | Keine Bewertung mehr, weil die Kasse zahlt | Nichts, die Praxis rechnet mit der Kasse ab |
| Tennisarm, also Schmerz außen am Ellenbogen | Sie selbst | Unklar | Etwa 120 Euro radial, etwa 620 Euro fokussiert |
| Kalkschulter, also Kalk in einer Sehne der Schulter | Sie selbst | Unklar | Etwa 120 Euro radial, etwa 620 Euro fokussiert |
| Andere Sehnenbeschwerden, etwa an der Achillessehne | Sie selbst | Keine eigene Bewertung | Nach der ärztlichen Gebührenordnung, Preis vorher erfragen |
Bei Fersenschmerz zahlt die Kasse nach sechs Monaten
Seit 2019 zahlt die gesetzliche Krankenkasse die Stoßwellentherapie an der Ferse. Das gilt aber nur, wenn eine gereizte Sehnenplatte unter der Fußsohle den Schmerz an der Ferse auslöst. Ärzte nennen das Fasciitis plantaris, und genau diese Diagnose muss in Ihrer Akte stehen. Dazu kommen vier weitere Bedingungen.
- Der Fersenschmerz schränkt Sie seit mindestens sechs Monaten im Alltag ein.
- Ihre Praxis hat die Diagnose schon mindestens zwei Vierteljahre vor der Behandlung festgehalten.
- Sie haben in dieser Zeit mehrere Behandlungen ohne Operation versucht, mindestens Schonung, Dehnübungen und Einlagen, und keine hat deutlich geholfen.
- Die Kasse zahlt höchstens drei Sitzungen je Fuß, verteilt auf höchstens zwei aufeinanderfolgende Vierteljahre.
- Behandeln darf eine Fachärztin oder ein Facharzt für Orthopädie, für Orthopädie und Unfallchirurgie oder für Physikalische und Rehabilitative Medizin.
Die Kasse zahlt die Stoßwelle also erst, wenn einfache Wege nicht gereicht haben. Schreiben Sie deshalb auf, seit wann der Schmerz besteht und was Sie schon versucht haben. Ihre Praxis braucht diese Angaben für die Abrechnung mit der Kasse.
Für Sie entstehen bei der Kassenbehandlung keine Kosten. Die Praxis rechnet über Ihre Gesundheitskarte ab, eine Zuzahlung fällt nicht an.
Warum Sie die Stoßwelle beim Tennisarm selbst zahlen
Beim Tennisarm und bei der Kalkschulter bleibt die Stoßwelle eine IGeL. Der IGeL-Monitor bewertet ihren Nutzen bei beiden Beschwerden mit unklar, zuletzt im August 2025. Unklar heißt, dass die Studien weder einen sicheren Nutzen noch einen sicheren Schaden zeigen. Die Kasse zahlt eine Behandlung aber erst, wenn Studien ihren Nutzen belegen.
Für den Tennisarm haben die Prüfer 13 Studien mit zusammen 1.071 Patientinnen und Patienten ausgewertet, dazu sieben weitere Studien. Bei der Kalkschulter waren es sieben Studien und zwei neuere Arbeiten. Die Behandlung kann während der Sitzung wehtun, danach sind Rötungen und blaue Flecken möglich. Schwere Nebenwirkungen zeigen die Studien nicht.
Für Sie heißt das: Sie entscheiden über eine Behandlung mit offenem Ausgang, und Sie tragen die Kosten. Fragen Sie deshalb, welche Behandlung beim Tennisarm die Praxis ohne Stoßwelle vorschlagen würde und was diese kostet.
Haben Sie Fersenschmerz durch eine gereizte Sehnenplatte an der Fußsohle?
Schränkt der Schmerz Sie seit sechs Monaten ein, trotz Dehnübungen und Einlagen?
Die Kasse zahlt bis zu drei Sitzungen je Fuß. Sie zahlen nichts dazu.
Die Kasse zahlt noch nicht. Schreiben Sie auf, seit wann der Schmerz besteht und was Sie versucht haben.
Geht es um einen Tennisarm oder eine Kalkschulter?
Sie zahlen selbst, für drei Sitzungen etwa 120 bis 620 Euro. Lassen Sie sich den Gesamtpreis vorher schriftlich geben.
Sie zahlen ebenfalls selbst. Fragen Sie vorher nach dem Ziel, der Zahl der Sitzungen und dem Gesamtpreis.
Was Sie vor der ersten bezahlten Sitzung bekommen
Bevor Sie eine Stoßwellentherapie selbst bezahlen, muss die Praxis Ihnen zwei Dinge geben. Erstens nennt sie Ihnen die voraussichtlichen Kosten schriftlich, auf Papier oder als Datei. Zweitens braucht eine Praxis mit Kassenzulassung Ihre Unterschrift, dass Sie die Behandlung selbst bezahlen. Ohne diese Unterschrift darf sie kein Geld von Ihnen verlangen.
- Fragen Sie, welche Diagnose in Ihrer Akte steht und ob die Kasse dafür zahlt.
- Lassen Sie sich einen Kostenplan geben, mit der Zahl der Sitzungen, den Nummern der Gebührenordnung, dem Faktor und dem Gesamtpreis.
- Nehmen Sie den Plan mit nach Hause. Niemand muss im Sprechzimmer sofort unterschreiben.
- Vergleichen Sie die Rechnung später Posten für Posten mit dem Plan.
- Sprechen Sie Abweichungen schriftlich an, bevor Sie zahlen.
Die Rechnung folgt der ärztlichen Gebührenordnung. Das ist eine amtliche Preisliste, in der jede ärztliche Leistung eine Nummer und einen Grundpreis hat. Die Praxis nimmt den Grundpreis mit einem Faktor mal, in der Regel höchstens 2,3. Liegt der Faktor höher, muss auf der Rechnung eine verständliche Begründung stehen.
Für die Stoßwelle selbst kennt die Gebührenordnung keine eigene Nummer. Die Praxis rechnet sie deshalb nach einer gleichwertigen Leistung ab. Auf der Rechnung muss dann stehen, welche Leistung sie dafür ansetzt, mit dem Hinweis, dass es eine entsprechende Berechnung ist. Prüfen Sie die Rechnung wie bei jeder anderen IGeL beim Orthopäden, bevor Sie zahlen.
So läuft eine Sitzung mit der Stoßwelle ab
Eine Sitzung dauert nur wenige Minuten. Radiale und fokussierte Stoßwelle laufen ähnlich ab, sie unterscheiden sich vor allem darin, wie tief die Energie wirkt.
Untersuchung
Die Ärztin tastet die schmerzende Stelle ab, prüft die Beweglichkeit und schaut meist mit Ultraschall nach. Bei Verdacht auf Veränderungen am Knochen kommt ein Röntgenbild dazu.
Die Sitzung
Auf die Haut kommt ein Gel, dann setzt die Ärztin das Gerät auf die schmerzende Stelle. Sie steigert die Stärke langsam, und Sie sagen, wenn es zu viel wird. Eine Betäubung ist meist nicht vorgesehen.
Die Stunden danach
Rötungen oder ein blauer Fleck sind möglich und vergehen meist von selbst. Starke Belastung am selben Tag vermeiden Sie besser.
Weitere Sitzungen
Sie folgen im Abstand von ein bis zwei Wochen. Bei Fersenschmerz zahlt die Kasse höchstens drei Sitzungen je Fuß.
Kontrolle
Nach der letzten Sitzung prüft die Praxis, ob Schmerz und Belastbarkeit besser geworden sind. Hat sich nichts geändert, besprechen Sie andere Wege.
Die Stoßwelle beseitigt nicht die Ursache. Hinter Fersenschmerz und Tennisarm steckt meist eine Überlastung der Sehne. Bleiben Belastung, Schuhe oder Training gleich, bleibt auch die Überlastung.
Häufige Fragen
Was kostet eine Stoßwellentherapie beim Tennisarm?
Eine Stoßwellentherapie beim Tennisarm kostet für drei Sitzungen samt Vorgespräch etwa 120 Euro mit radialer und etwa 620 Euro mit fokussierter Stoßwelle. Diese Preise nennt der IGeL-Monitor, Stand August 2025. Die Krankenkasse zahlt beim Tennisarm nicht, weil der Nutzen unklar ist.
Wie viele Sitzungen Stoßwellentherapie zahlt die Krankenkasse bei Fersenschmerz?
Die Krankenkasse zahlt bei Fersenschmerz höchstens drei Sitzungen Stoßwellentherapie je Fuß. Sie verteilen sich auf höchstens zwei aufeinanderfolgende Vierteljahre. Der Schmerz muss Sie seit mindestens sechs Monaten einschränken, und Dehnübungen und Einlagen dürfen nicht geholfen haben.
Zahlt die Krankenkasse die Stoßwellentherapie bei einer Kalkschulter?
Nein, bei einer Kalkschulter zahlen Sie die Stoßwellentherapie selbst. Der IGeL-Monitor bewertet ihren Nutzen dort mit unklar, weil die ausgewerteten Studien weder einen sicheren Nutzen noch einen sicheren Schaden zeigen. Drei Sitzungen kosten je nach Technik etwa 120 bis 620 Euro.
Welche Ärzte dürfen die Stoßwellentherapie bei Fersenschmerz über die Kasse abrechnen?
Die Stoßwellentherapie bei Fersenschmerz dürfen nur Fachärzte für Orthopädie, für Orthopädie und Unfallchirurgie sowie für Physikalische und Rehabilitative Medizin über die Kasse abrechnen. Andere Praxen dürfen das nicht, auch wenn sie ein Gerät haben.
Tut eine Stoßwellentherapie weh?
Ja, eine Stoßwellentherapie kann während der Sitzung wehtun. Die Ärztin steigert die Stärke deshalb langsam, und Sie sagen, wenn es zu viel wird. Danach sind Rötungen und blaue Flecken möglich, schwere Nebenwirkungen zeigen die Studien nicht.
Muss ich vor einer Stoßwellentherapie als Selbstzahler etwas unterschreiben?
Ja, vor einer Stoßwellentherapie auf eigene Kosten braucht eine Kassenpraxis Ihre Unterschrift. Außerdem muss sie Ihnen die voraussichtlichen Kosten vorher schriftlich nennen. Ohne Ihre Unterschrift darf sie kein Geld von Ihnen verlangen.
