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Was kostet eine Stoßwellentherapie und wann zahlt die Kasse?

Veröffentlicht am , zuletzt aktualisiert am

Eine Stoßwellentherapie mit drei Sitzungen kostet als Selbstzahler etwa 120 Euro mit radialer und etwa 620 Euro mit fokussierter Stoßwelle. Diese Preise nennt der IGeL-Monitor für Tennisarm und Kalkschulter. Bei Fersenschmerz zahlt dagegen die Krankenkasse, wenn der Schmerz Sie seit mindestens sechs Monaten einschränkt und Dehnübungen und Einlagen nicht geholfen haben.

Preis für drei Sitzungen
etwa 120 bis 620 Euro
Medizinischer Dienst Bund, IGeL-Monitor, Stoßwellentherapie beim Tennisarm, Stand 19. August 2025
Kassenleistung je Fuß bei Fersenschmerz
höchstens 3 Sitzungen
Kassenärztliche Vereinigung Hessen, Stoßwellentherapie bei Fasciitis plantaris, Stand 4. Dezember 2025
Fersenschmerz, bevor die Kasse zahlt
mindestens 6 Monate
Kassenärztliche Vereinigung Hessen, Stoßwellentherapie bei Fasciitis plantaris, Stand 4. Dezember 2025
Eine Therapeutin hält ein Stoßwellengerät an das Bein eines Patienten, der auf einer Liege in einer hellen Praxis liegt.
Bei der Stoßwellentherapie setzt die Praxis ein Handgerät direkt auf die schmerzende Stelle. Bild: KI generiert.

Drei Sitzungen Stoßwellentherapie kosten 120 bis 620 Euro

Bei den meisten Beschwerden zahlen Sie eine Stoßwellentherapie selbst, als IGeL. Das ist die Abkürzung für individuelle Gesundheitsleistung, also eine Behandlung, die die gesetzliche Kasse nicht übernimmt. Wie viel Sie zahlen, hängt vor allem von der Technik ab. Bei der radialen Stoßwelle breiten sich Druckwellen von der Haut aus im Gewebe aus. Die fokussierte Stoßwelle bündelt die Energie auf einen Punkt in der Tiefe und ist deutlich teurer.

Der IGeL-Monitor prüft solche Angebote und bewertet ihren Nutzen anhand von Studien. Für eine Behandlung mit drei Sitzungen samt Vorgespräch und Untersuchung nennt er etwa 120 Euro mit radialer und etwa 620 Euro mit fokussierter Stoßwelle. Im Schnitt sind es drei Sitzungen im Abstand von ein bis zwei Wochen, manchmal bis zu fünf.

Wer zahlt, entscheidet die Beschwerde. Beim Tennisarm und bei der Kalkschulter zahlen Sie etwa 120 Euro für drei radiale und etwa 620 Euro für drei fokussierte Sitzungen. Beim Fersenschmerz zahlen Sie nichts, wenn die Bedingungen der Kasse erfüllt sind.

Wer die Stoßwellentherapie bei welcher Beschwerde bezahlt. Preise und Bewertungen aus dem IGeL-Monitor, Stand 19. August 2025.
BeschwerdeWer zahltNutzen laut IGeL-MonitorPreis für drei Sitzungen
Fersenschmerz durch eine gereizte Sehnenplatte an der FußsohleDie Krankenkasse, wenn die Bedingungen erfüllt sindKeine Bewertung mehr, weil die Kasse zahltNichts, die Praxis rechnet mit der Kasse ab
Tennisarm, also Schmerz außen am EllenbogenSie selbstUnklarEtwa 120 Euro radial, etwa 620 Euro fokussiert
Kalkschulter, also Kalk in einer Sehne der SchulterSie selbstUnklarEtwa 120 Euro radial, etwa 620 Euro fokussiert
Andere Sehnenbeschwerden, etwa an der AchillessehneSie selbstKeine eigene BewertungNach der ärztlichen Gebührenordnung, Preis vorher erfragen

Bei Fersenschmerz zahlt die Kasse nach sechs Monaten

Seit 2019 zahlt die gesetzliche Krankenkasse die Stoßwellentherapie an der Ferse. Das gilt aber nur, wenn eine gereizte Sehnenplatte unter der Fußsohle den Schmerz an der Ferse auslöst. Ärzte nennen das Fasciitis plantaris, und genau diese Diagnose muss in Ihrer Akte stehen. Dazu kommen vier weitere Bedingungen.

  • Der Fersenschmerz schränkt Sie seit mindestens sechs Monaten im Alltag ein.
  • Ihre Praxis hat die Diagnose schon mindestens zwei Vierteljahre vor der Behandlung festgehalten.
  • Sie haben in dieser Zeit mehrere Behandlungen ohne Operation versucht, mindestens Schonung, Dehnübungen und Einlagen, und keine hat deutlich geholfen.
  • Die Kasse zahlt höchstens drei Sitzungen je Fuß, verteilt auf höchstens zwei aufeinanderfolgende Vierteljahre.
  • Behandeln darf eine Fachärztin oder ein Facharzt für Orthopädie, für Orthopädie und Unfallchirurgie oder für Physikalische und Rehabilitative Medizin.

Die Kasse zahlt die Stoßwelle also erst, wenn einfache Wege nicht gereicht haben. Schreiben Sie deshalb auf, seit wann der Schmerz besteht und was Sie schon versucht haben. Ihre Praxis braucht diese Angaben für die Abrechnung mit der Kasse.

Für Sie entstehen bei der Kassenbehandlung keine Kosten. Die Praxis rechnet über Ihre Gesundheitskarte ab, eine Zuzahlung fällt nicht an.

Warum Sie die Stoßwelle beim Tennisarm selbst zahlen

Beim Tennisarm und bei der Kalkschulter bleibt die Stoßwelle eine IGeL. Der IGeL-Monitor bewertet ihren Nutzen bei beiden Beschwerden mit unklar, zuletzt im August 2025. Unklar heißt, dass die Studien weder einen sicheren Nutzen noch einen sicheren Schaden zeigen. Die Kasse zahlt eine Behandlung aber erst, wenn Studien ihren Nutzen belegen.

Für den Tennisarm haben die Prüfer 13 Studien mit zusammen 1.071 Patientinnen und Patienten ausgewertet, dazu sieben weitere Studien. Bei der Kalkschulter waren es sieben Studien und zwei neuere Arbeiten. Die Behandlung kann während der Sitzung wehtun, danach sind Rötungen und blaue Flecken möglich. Schwere Nebenwirkungen zeigen die Studien nicht.

Für Sie heißt das: Sie entscheiden über eine Behandlung mit offenem Ausgang, und Sie tragen die Kosten. Fragen Sie deshalb, welche Behandlung beim Tennisarm die Praxis ohne Stoßwelle vorschlagen würde und was diese kostet.

Zahlt die Kasse Ihre Stoßwellentherapie?

Haben Sie Fersenschmerz durch eine gereizte Sehnenplatte an der Fußsohle?

Ja

Schränkt der Schmerz Sie seit sechs Monaten ein, trotz Dehnübungen und Einlagen?

Ja

Die Kasse zahlt bis zu drei Sitzungen je Fuß. Sie zahlen nichts dazu.

Nein

Die Kasse zahlt noch nicht. Schreiben Sie auf, seit wann der Schmerz besteht und was Sie versucht haben.

Nein

Geht es um einen Tennisarm oder eine Kalkschulter?

Ja

Sie zahlen selbst, für drei Sitzungen etwa 120 bis 620 Euro. Lassen Sie sich den Gesamtpreis vorher schriftlich geben.

Nein

Sie zahlen ebenfalls selbst. Fragen Sie vorher nach dem Ziel, der Zahl der Sitzungen und dem Gesamtpreis.

Was Sie vor der ersten bezahlten Sitzung bekommen

Bevor Sie eine Stoßwellentherapie selbst bezahlen, muss die Praxis Ihnen zwei Dinge geben. Erstens nennt sie Ihnen die voraussichtlichen Kosten schriftlich, auf Papier oder als Datei. Zweitens braucht eine Praxis mit Kassenzulassung Ihre Unterschrift, dass Sie die Behandlung selbst bezahlen. Ohne diese Unterschrift darf sie kein Geld von Ihnen verlangen.

  1. Fragen Sie, welche Diagnose in Ihrer Akte steht und ob die Kasse dafür zahlt.
  2. Lassen Sie sich einen Kostenplan geben, mit der Zahl der Sitzungen, den Nummern der Gebührenordnung, dem Faktor und dem Gesamtpreis.
  3. Nehmen Sie den Plan mit nach Hause. Niemand muss im Sprechzimmer sofort unterschreiben.
  4. Vergleichen Sie die Rechnung später Posten für Posten mit dem Plan.
  5. Sprechen Sie Abweichungen schriftlich an, bevor Sie zahlen.

Die Rechnung folgt der ärztlichen Gebührenordnung. Das ist eine amtliche Preisliste, in der jede ärztliche Leistung eine Nummer und einen Grundpreis hat. Die Praxis nimmt den Grundpreis mit einem Faktor mal, in der Regel höchstens 2,3. Liegt der Faktor höher, muss auf der Rechnung eine verständliche Begründung stehen.

Für die Stoßwelle selbst kennt die Gebührenordnung keine eigene Nummer. Die Praxis rechnet sie deshalb nach einer gleichwertigen Leistung ab. Auf der Rechnung muss dann stehen, welche Leistung sie dafür ansetzt, mit dem Hinweis, dass es eine entsprechende Berechnung ist. Prüfen Sie die Rechnung wie bei jeder anderen IGeL beim Orthopäden, bevor Sie zahlen.

So läuft eine Sitzung mit der Stoßwelle ab

Eine Sitzung dauert nur wenige Minuten. Radiale und fokussierte Stoßwelle laufen ähnlich ab, sie unterscheiden sich vor allem darin, wie tief die Energie wirkt.

Von der Untersuchung bis zur Kontrolle
  1. Untersuchung

    Die Ärztin tastet die schmerzende Stelle ab, prüft die Beweglichkeit und schaut meist mit Ultraschall nach. Bei Verdacht auf Veränderungen am Knochen kommt ein Röntgenbild dazu.

  2. Die Sitzung

    Auf die Haut kommt ein Gel, dann setzt die Ärztin das Gerät auf die schmerzende Stelle. Sie steigert die Stärke langsam, und Sie sagen, wenn es zu viel wird. Eine Betäubung ist meist nicht vorgesehen.

  3. Die Stunden danach

    Rötungen oder ein blauer Fleck sind möglich und vergehen meist von selbst. Starke Belastung am selben Tag vermeiden Sie besser.

  4. Weitere Sitzungen

    Sie folgen im Abstand von ein bis zwei Wochen. Bei Fersenschmerz zahlt die Kasse höchstens drei Sitzungen je Fuß.

  5. Kontrolle

    Nach der letzten Sitzung prüft die Praxis, ob Schmerz und Belastbarkeit besser geworden sind. Hat sich nichts geändert, besprechen Sie andere Wege.

Die Stoßwelle beseitigt nicht die Ursache. Hinter Fersenschmerz und Tennisarm steckt meist eine Überlastung der Sehne. Bleiben Belastung, Schuhe oder Training gleich, bleibt auch die Überlastung.

Häufige Fragen

Was kostet eine Stoßwellentherapie beim Tennisarm?

Eine Stoßwellentherapie beim Tennisarm kostet für drei Sitzungen samt Vorgespräch etwa 120 Euro mit radialer und etwa 620 Euro mit fokussierter Stoßwelle. Diese Preise nennt der IGeL-Monitor, Stand August 2025. Die Krankenkasse zahlt beim Tennisarm nicht, weil der Nutzen unklar ist.

Wie viele Sitzungen Stoßwellentherapie zahlt die Krankenkasse bei Fersenschmerz?

Die Krankenkasse zahlt bei Fersenschmerz höchstens drei Sitzungen Stoßwellentherapie je Fuß. Sie verteilen sich auf höchstens zwei aufeinanderfolgende Vierteljahre. Der Schmerz muss Sie seit mindestens sechs Monaten einschränken, und Dehnübungen und Einlagen dürfen nicht geholfen haben.

Zahlt die Krankenkasse die Stoßwellentherapie bei einer Kalkschulter?

Nein, bei einer Kalkschulter zahlen Sie die Stoßwellentherapie selbst. Der IGeL-Monitor bewertet ihren Nutzen dort mit unklar, weil die ausgewerteten Studien weder einen sicheren Nutzen noch einen sicheren Schaden zeigen. Drei Sitzungen kosten je nach Technik etwa 120 bis 620 Euro.

Welche Ärzte dürfen die Stoßwellentherapie bei Fersenschmerz über die Kasse abrechnen?

Die Stoßwellentherapie bei Fersenschmerz dürfen nur Fachärzte für Orthopädie, für Orthopädie und Unfallchirurgie sowie für Physikalische und Rehabilitative Medizin über die Kasse abrechnen. Andere Praxen dürfen das nicht, auch wenn sie ein Gerät haben.

Tut eine Stoßwellentherapie weh?

Ja, eine Stoßwellentherapie kann während der Sitzung wehtun. Die Ärztin steigert die Stärke deshalb langsam, und Sie sagen, wenn es zu viel wird. Danach sind Rötungen und blaue Flecken möglich, schwere Nebenwirkungen zeigen die Studien nicht.

Muss ich vor einer Stoßwellentherapie als Selbstzahler etwas unterschreiben?

Ja, vor einer Stoßwellentherapie auf eigene Kosten braucht eine Kassenpraxis Ihre Unterschrift. Außerdem muss sie Ihnen die voraussichtlichen Kosten vorher schriftlich nennen. Ohne Ihre Unterschrift darf sie kein Geld von Ihnen verlangen.

Quellen und Methodik

Quellen und Lizenzen

  1. Richtlinie Methoden vertragsärztliche Versorgung: Extrakorporale Stoßwellentherapie beim Fersenschmerz, Beschluss vom 19. April 2018, Gemeinsamer Bundesausschuss,
  2. Stoßwellentherapie bei Fasciitis plantaris: Abrechnung der Gebührenordnungsposition 30440, Kassenärztliche Vereinigung Hessen,
  3. Stoßwellentherapie beim Fersenschmerz, Medizinischer Dienst Bund, IGeL-Monitor,
  4. Stoßwellentherapie beim Tennisarm, Medizinischer Dienst Bund, IGeL-Monitor,
  5. Stoßwellentherapie der Kalkschulter, Medizinischer Dienst Bund, IGeL-Monitor,
  6. Gebührenordnung für Ärzte, § 2 Abweichende Vereinbarung, Bundesministerium der Justiz, gesetze-im-internet.de,
  7. Gebührenordnung für Ärzte, § 5 Bemessung der Gebühren, Bundesministerium der Justiz, gesetze-im-internet.de,
  8. Bürgerliches Gesetzbuch, § 630c Mitwirkung der Vertragsparteien, Informationspflichten, Bundesministerium der Justiz, gesetze-im-internet.de,
  9. Bundesmantelvertrag-Ärzte in der Fassung vom 1. April 2026, § 18, Kassenärztliche Bundesvereinigung und GKV-Spitzenverband,
  10. Orientierungswert 2026, Beschluss des Bewertungsausschusses, Bewertungsausschuss nach § 87 Absatz 1 Satz 1 SGB V,

Einsatz von Sprachmodellen

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Stand dieser Angaben: 3. Oktober 2026.